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Zur Diskussion:

Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel"
von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke


Diskussionsbeitrag von Freya Klier


Ich halte das (sicher witzig illustrierte) Buch für ebenso demagogisch und intolerant gegenüber Andersenkenden (in dem Falle Gläubigen überhaupt) wie die Eingangslosung, der Igel und Schwein nachspüren. Aus "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" wird als Message für Kinder "Wer Gott kennt, dem fehlt etwas! Nämlich hier oben…" Dazwischen jagen drei jüdische, christliche, muslimische Fundamentalisten den kleinen Tierchen Angst ein… Diesem Buch werden nicht nur christliche, jüdische oder muslimische Eltern, sondern auch Kinderpsychologen die Rote Karte zeigen. Auch ich tue das, die ich aus einer anderen christlichen Tradition komme…

Ich möchte mich lieber mit dem Autor auseinandersetzen statt ihm den Rücken zu stärken! Wir sind hier nicht in Saudi-Arabien und auch nicht bei den wiedererweckten Christen Amerikas. Wir leben in einem Land, in dem die Kinder verschiedener Religionen — gemeinsam mit den aus nichtreligiösen Familien — lernen müssen, einander zu tolerieren und zu respektieren; wir leben in einem Land, in dem ca. die Hälfte der Menschen in irgendeiner Form gläubig ist. Das Buch mit seiner Kurzaussage: "Religion heißt Menschen ertrinken lassen, Jupp an de Latt nageln lassen und fünfmal täglich in die Knie gehen" senkt das Thema auf das Niveau: "Alle Deutschen sind wie Adolf Hitler"… Das Buch erinnert mich irgendwie an die K–Gruppenzeit.


Berlin, den 7. Februar 2008

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