P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland
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Diskussionsbeitrag von Freya Klier
Ich halte das (sicher witzig illustrierte) Buch für ebenso demagogisch und
intolerant gegenüber Andersenkenden (in dem Falle Gläubigen überhaupt) wie
die Eingangslosung, der Igel und Schwein nachspüren. Aus "Wer Gott nicht
kennt, dem fehlt etwas!" wird als Message für Kinder "Wer Gott kennt, dem
fehlt etwas! Nämlich hier oben…" Dazwischen jagen drei jüdische,
christliche, muslimische Fundamentalisten den kleinen Tierchen Angst ein…
Diesem Buch werden nicht nur christliche, jüdische oder muslimische Eltern,
sondern auch Kinderpsychologen die Rote Karte zeigen. Auch ich tue das, die
ich aus einer anderen christlichen Tradition komme…
Ich möchte mich lieber mit dem Autor auseinandersetzen statt ihm den Rücken
zu stärken! Wir sind hier nicht in Saudi-Arabien und auch nicht bei den
wiedererweckten Christen Amerikas. Wir leben in einem Land, in dem die
Kinder verschiedener Religionen — gemeinsam mit den aus nichtreligiösen
Familien — lernen müssen, einander zu tolerieren und zu respektieren; wir
leben in einem Land, in dem ca. die Hälfte der Menschen in irgendeiner Form
gläubig ist. Das Buch mit seiner Kurzaussage: "Religion heißt Menschen
ertrinken lassen, Jupp an de Latt nageln lassen und fünfmal täglich in die
Knie gehen" senkt das Thema auf das Niveau: "Alle Deutschen sind wie Adolf
Hitler"… Das Buch erinnert mich irgendwie an die K–Gruppenzeit.
Berlin, den 7. Februar 2008
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