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P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland


Stellungnahme des PEN Zentrums der Schriftsteller
im Exil deutschsprachiger Länder


Von Prof. Dr. Wolfgang Schlott


Im Namen unseres ebenfalls neu gewählten Präsidiums möchte ich unseren Kolleginnen und Kollegen des PEN-Zentrums deutschsprachiger Länder im Ausland aus Anlass ihrer Stellungnahme zur Erklärung des internationalen PEN vom 17. Oktober eine wenn auch verspätete, so doch solidarische Nachricht zukommen lassen.

Das Zentrum Schriftsteller im Exil deutschsprachiger Länder teilt die Sorge über einen Bestandteil der Erklärung des Internationalen PEN vom 17. Oktober im Hinblick auf die Entscheidung des französischen Parlaments, die Leugnung des Genozids an den Armeniern strafrechtlich zu sanktionieren. In dem letzten Absatz dieser Erklärung wurde die Leugnung des Holocaust in Anführungszeichen gesetzt: "Holocaust denial".

Der Exil-PEN, der sich seit über fünfzig Jahren für die Opfer des Nationalsozialismus und des Kommunismus einsetzt und einen wirkungsvollen Beitrag zur Stärkung der demokratischen Ordnung in Deutschland leistet, teilt die Auffassung des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland, dass eine solche Zeichensetzung bereits als Signal für eine Leugnung des Holocaust und als mögliche Unterstützung rechtsradikaler Tendenzen in Europa gewertet werden könnte. Unsere Beunruhigung über diese Ausdrucksform von Meinungsfreiheit ist um so größer, als in einer wachsenden Zahl von Ländern auf unserem Kontinent rechtsradikaler Gesinnungsterror zur Untergrabung demokratischer Grundrechte führt.

Aus diesem Grund betrachten auch wir diesen Teil der Erklärung des internationalen P.E.N. nicht nur als eine Schwächung der legitimen Abwehr neonazistischer Umtriebe, sondern auch als eine tendentielle Infragestellung historischer Wahrheiten, die von notorischen Verleumdern des Massenmords an jüdischen Bürgern und Angehörigen anderer Nationen und Ethnien als willkommene Unterstützung ihrer demagogischen Kampagnen gewertet werden.

Das Zentrum Schriftstellerim Exil deutschsprachiger Länder schließt sich der Stellungnahme des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland an und bittet das Präsidium des Internationalen PEN seine Erklärung nach Prüfung unserer Stellungnahmen zu korrigieren.

Mit kollegialen Grüßen

Prof. Dr. Wolfgang Schlott (Präsident)
in Absprache mit Dr. Boris Schapiro (Vize-Präsident)

Bremen / Berlin, am 7. Dezember 2006.