P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland

Beate Klarsfeld
Geboren am 13. Februar 1939 in Berlin als Beate Auguste Künzel, lebt als Journalistin in Frankreich. 1963 heiratete sie Serge Klarsfeld, dessen Vater
in Auschwitz Opfer der Judenverfolgung geworden war. Zusammen mit ihrem Mann hat sie mit detaillierten Dokumentationen zahlreiche nationalsozialistische
Verbrechen aufgedeckt und auf unbehelligt lebende Naziverbrecher hingewiesen (z. B. Kurt Lischka, Alois Brunner, Klaus Barbie, Ernst Ehlers, Kurt Asche).
Dabei geriet sie mehrfach mit dem deutschen Gesetz in Konflikt. Am 30. März 1968 rief sie zunächst von der Zuschauertribüne des Deutschen Bundestages so
laut wie möglich die Worte “Nazi Kiesinger, abtreten!”. Am 7. November 1968 schlug sie dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger während des
CDU–Parteitags in Berlin ins Gesicht, um so auf dessen Tun im Nationalsozialismus hinzuweisen. Sie wurde daraufhin in einem Schnellverfahren zu einem
Jahr Gefängnis verurteilt. Allerdings wurde die Haftstrafe 1969 auf vier Monate reduziert und zur Bewährung ausgesetzt.
Die Verbrecher des Holocaust aufzuspüren wurde ihr zur Lebensaufgabe. Aber auch gegen den Antisemitismus in Polen und in der Tschechoslowakei protestiert sie.
1974 wurde ihr in Israel die Tapferkeitsmedaille der Ghettokämpfer verliehen.
1979 gründete sie Les Fils et Filles des Deportés Juifs de France für militants de la mémoire sowie die Beate Klarsfeld
Foundation zur wissenschaftlichen Erforschung der Shoah gegen die Holocaustleugner. 1986 betrieb sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und anderen eine Kampagne,
die die Rolle Kurt Waldheims im Dritten Reich aufdeckte und zu seiner internationalen Isolierung während seiner österreichischen
Bundespräsidentschaft führte.
Publikationen:
Jeunes Allemandes au pair à Paris, Paris: P. Couderc, 1964. (dt. Deutsche Mädchen au pair in Paris, Bad Godesberg: Voggenreiter, 1965).
Die Wahrheit über Kurt–Georg Kiesinger: leitender Nazi–Propagandist, Berlin: Jüdischer Arbeitskreis für Politik, 1967,
Der Fall “K”, Dortmund: Verlag “Pläne”, 1969.
Die Geschichte des PG 2633930 Kiesinger. Dokumentation, Darmstadt: Melzer, 1969.
K oder der subtile faschismus, Berlin: Extra–Dienst, 1969.
Partout où ils seront, Paris: Édition Spéciale, 1972.
Ad .hormah: bat–Germanyah lo.hemet ba–Natsim, Tel Aviv: Am oved, 1975.
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