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Stella Rotenberg wurde am 27. März 1916 in Wien geboren, wo sie aufwuchs und mit dem Medizinstudium begann. Nach der Annexion
Österreichs mußte sie wegen ihrer jüdischen Herkunft am 14. März 1939 in die Niederlande emigrieren, von wo ihr die
Flucht nach Großbritannien gelang. Dort arbeitete sie u. a. in einem Spital für psychisch Kranke, heiratete einen ebenfalls
geflohenen Arzt und begann 1940 mit der schriftstellerischen Tätigkeit, für die sie bekannt ist: Lyrik und Kurzprosa in
deutscher Sprache. Nach Kriegsende mußte sie erfahren, daß ihre Eltern und nahezu alle ihre Verwandten in den NS-Vernichtungslagern
ermordet worden waren. Seit 1946 britische Staatsbürgerin, lebt Stella Rotenberg seit 1948 in Leeds. 1992 erhielt sie für
ihren Band Scherben sind endlicher Hort die Buchprämie des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst,
1996 das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Im Jahre 2001 wurde sie mit dem erstmals vergebenen
Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil ausgezeichnet.
In Gedichten “von schlanker Schönheit und gedanklicher Prägnanz” (Siglinde Bolbecher) setzt sie sich mit dem Holocaust und
seinen Folgen auseinander, mit der Tötung und dem Überleben, mit Sprachverlust und Sprachbewahrung, dem “Klang meiner
Muttersprache” und dem “Schlund der Hölle”. In seiner Monographie “Dennoch schreibe ich”. Eine Annäherung an das literarische
Werk von Stella Rotenberg (Wien: Verlag für Gesellschaftskritik, 1991) hält Armin A. Wallas fest: “Stella Rotenbergs Lyrik ist
geprägt von der Erfahrung der Shoa. Als Opfer und als Überlebende der Vernichtung – in der Situation des Exils der Erfahrung
des ‘nicht da nicht dort’ (Albert Ehrenstein) ausgesetzt – stellt die Autorin ihre Literatur in den Dienst der Erinnerung. Die Themen
Verfolgung, Exil, jüdische Identität und (Mutter-)Sprache durchziehen ihr lyrisches Ouevre. [...] Stella Rotenbergs
Exil-Erfahrung äußert sich in Bildern der Heimatlosigkeit und der Sehnsucht nach ‘Heimat’. Im Motivkomplex Exil – Sprache – Heimat
steckt die Lyrikerin ihre Identität als Position des ‘Zwischen’ ab.”
Gedichte, Tel-Aviv: Olamenu, 1972.
Die wir übrig sind, Darmstadt: J. G. Bläschke, 1978.
Scherben sind endlicher Hort. Ausgewählte Lyrik und Prosa, hrsg. v. Primus-Heinz Kucher, Wien: Verlag für Gesellschaftskritik, 1991. (Antifaschistische Literatur und Exilliteratur, Bd. 6).
Ungewissen Ursprungs. Gesammelte Prosa, hrsg. u. mit einem Nachwort versehen v. Siglinde Bolbecher, Bilder von Hildegard Stöger, Wien: Theodor Kramer Gesellschaft, 1997.
(mit Tamar Radzyner) Meine wahre Heimat / My True Homeland, ins Englische übers. v. Herbert Kuhner, mit einem Vorwort v. Armin A. Wallas, Klagenfurt: Alekto Verlag, 1999. (Edition Mnemosyne, Bd. 8).
An den Quell. Gesammelte Gedichte, hrsg. u. mit einem Vor- und Nachwort versehen v. Siglinde Bolbecher u. Beatrix Müller-Kampel, Wien: Theodor Kramer Gesellschaft, 2003.
Shards, tr. by Donal McLaughlin and Stephen Richardson, Edinburgh: Centre for the History of Ideas in Scotland, 2003.
Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften in Deutschland, Österreich, USA, Israel, Indien und England.
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