Fred Friedmann
Geboren als Helmuth Friedmann am 18. Mai 2012 in Köln, gestorben am 6. Januar 2012 in London. Sein Lebenslauf in eigenen Worten aus "Ach, Sie schreiben deutsch?":
Besuchte die humanistische Abteilung des Staatl. Friedrich Wilhelm Gymnasiums Köln. Hier, wie auch auf der Rabbinerschule, tat sich mir im Studium der alten Sprachen insbesondere, das Geheimnis der Sprache auf, das seither der eigentliche Gegenstand meines Interesses geblieben ist. Was mir, als ich sechzehnjährig Eltern, Schule, Freunde und Familie verließ, eine unheilbare Wunde schlug, war das feige Abdanken derer, die den Humanismus predigten und ohne Gewissensbisse einer neuen Generation die alten Absichten aufzwangen. 1934 ging ich nach Palästina, um beim Aufbau neuer Formen menschlichen Zusammenlebens mitzuhelfen. Später studierte ich dann Philologie an den Universitäten Montpellier und Paris und übte in der Schweiz, in Palästina und Frankreich die unterschiedlichsten Berufe aus, ehe ich nach England kam. Hier wirkte ich als Fürsorgebeamter für ehemalige politische Häftlinge, Deportierte und Kriegsgefangene und war u. a. Dolmetscher, Übersetzer, Schulrat und Inspektor. Bis zum Erreichen der Altersgrenze war ich Senior Lecturer für neuere Sprachen und Methodik. Ich konnte als Direktor eines Forschungsprogrammes Pionierarbeit für den audio-visuellen Sprachunterricht leisten und gründete die Audio-Visual Language Association und das "Journal of Language Teaching and Applied Linguistics".
Mitarbeit und Beiträge: Viele Artikel und Vorträge über audio-visuellen Sprachunterricht und moderne Lehrmethoden. Einzelne Gedichte und literarische Arbeiten wurden in Deutschland, Frankreich und England Veröffentlicht.
Auszeichnungen: Fellow of the Royal Anthropological Institute; Fellow of the Royal Society of Arts, Fellow of the Institute of Linguistics; Chevalier dans l'Ordre des Palmes Académiques.