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Ilana Shmueli

geb. als Liane Schindler, Tochter eines Möbelfabrikanten, am 7. März 1924 in Czernowitz, Bukowina, gestorben am 11. November 2011 in Jerusalem, war eine israelische Schriftstellerin. Bis 1940 besuchte sie die rumänische Schule, 1940-41 die jiddische. Nach der Zerstörung von Czernowitz 1941, nach sowjetischer Herrschaft und deutsch-rumänischer Besetzung entging die Familie aufgrund einer rumänischen Aufenthaltsbewilligung der Deportation nach Transnistrien. Nach einem mehrere Monate andauernden Aufenthalt im Czernowitzer Ghetto wurde sie in ein für Juden bestimmtes Wohnviertel überwiesen. In dieser Zeit Bekanntschaft mit Rose Ausländer und Freundschaft mit Paul Celan.

Im März 1944 erfolgte zusammen mit den Eltern die Flucht in einer organisierten Gruppe auf illegalen Wegen über Constanza nach Istanbul und weiter nach Palästina. In Tel Aviv Studium am Seminar für Musikerziehung. 1950-51 in London; dort über ihren Lehrer Professor Leo Kestenberg (Ministerialrat für Musikerziehung zur Zeit der Weimarer Republik und später Direktor des Seminars für Musikerziehung) Bekanntschaft mit Oskar Kokoschka sowie mit Itzig Manger. 1953 Heirat mit dem Musikwissenschaftler Herzl Shmueli.

Studium der Sozialarbeit und Kriminologie. 1965 Wiederbegegnung mit Paul Celan in Paris, 1969 in Jerusalem. Nach diesen Besuchen begann ein reger Briefwechsel, der inzwischen veröffentlicht vorliegt. Ilana Shmueli arbeitete bis 1984 Jahre als Sozialpädagogin in Tel Aviv und übersiedelte nach dem Tod ihres Mannes 2002 nach Jerusalem. Sie übersetzte aus dem Hebräischen und dem Deutschen und begann spät Gedichte auf deutsch und hebräisch zu schreiben. Veröffentlichungen ihrer Gedichte und autobiographischen Prosaarbeiten in Literaturzeitschriften und Anthologien.

Publikationen:

Sag, daß Jerusalem ist. Über Paul Celan Oktober 1969-April 1970. Eggingen: Edition Isele, 2000. Neuausgabe: Aachen: Rimbaud, 2010.

Paul Celan / Ilana Shmueli: Briefwechsel. Hrsg. v. Ilana Shmueli und Thomas Sparr. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004.

Ein Kind aus guter Familie. Czernowitz 1924-1944. Mit einem Nachwort von Andrei Corbea-Hoisie. Aachen: Rimbaud, 2006.

Zwischen dem Jetzt und dem Jetzt. Gedichte. Aachen: Rimbaud, 2007.

Zeitläufe – ein Brief. Mit einem Vorwort von Rob Riemen. Aachen: Rimbaud, 2009.

Auszeichnungen:

2009    Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil