Gabriel Berger
Gabriel Berger, Diplom-Physiker, EDV-Dozent, Buchautor, wurde 1944 als Sohn eines jüdischen Kommunisten im französischen Versteck in Valence geboren. 1945-48 lebte die Familie in Antwerpen. 1948 ging sein Vater nach Wroclaw, um sich am Aufbau des Sozialismus in Polen zu beteiligen. Unter dem Druck des polnischen Antisemitismus übersiedelte die Familie 1957 in die DDR, wo Berger die nächsten zwanzig Jahre verbrachte, zunächst in Leipzig, dann in Dresden. Nach dem Abitur absolvierte er 1962-67 ein Physikstudium an der Technischen Universität Dresden und leistete 1968-69 seinen Militärdienst in der Nationalen Volksarmee ab. 1969-76 war er am Zentralinstitut für Kernforschung Rossendorf bei Dresden tätig.
In der realsozialistischen Wirklichkeit verlor Gabriel Berger die vom Vater vermittelte kommunistische Überzeugung. Sein “Privatkrieg gegen den Staat”, den er als Physiker mit Intellekt und Schwejkschem Schalk führte, brachte ihm ein Jahr politische Haft in Dresden und Cottbus wegen “Staatsverleumdung” ein. 1977 reiste er in die Bundesrepublik Deutschland aus, wo er bis 1981 Mitarbeiter am Institut für Kerntechnik der Technischen Universität Berlin war. Von 1981 bis 1983 studierte er an der TU Berlin Philosophie und ging einer journalistischen Tätigkeit nach, von 1984 bis 2007 lehrte er Elektronische Datenverarbeitung.
Publikationen:
IV. Genfer Konferenz zur Friedlichen Nutzung der Kernenergie. Zusammenfassender Bericht über die Probleme der Kernbrennstoffwirtschaft. Rossendorf b. Dresden, 1972.
Mir langt’s, ich gehe. Der Lebensweg eines DDR-Atompyhsikers von Anpassung zu Aufruhr. Freiburg i. Br.: Herder, 1988.
Ich protestiere, also bin ich. Erinnerungen eines Unangepassten. Berlin: Trafo 2008.
Von Helden und Versagern. Berlin: Trafo 2009.