Peter Finkelgruen
Gedankensplitter - Libyen
Die Enthaltung Deutschlands im Sicherheitsrat der UN bei der Libyen-Entscheidung ist unterdessen zwischen den politischen Parteien ausgiebigst debattiert worden. Auch die Medien haben die Frage, ob sie richtig oder falsch gewesen sei, hin- und her gewendet.
Trotzdem werde ich das Gefühl
nicht los, dass hierbei alle Beteiligten mit gezinkten Karten spielen.
Die Kanzlerin, für die Israels
Sicherheit quasi eine Raison d´etre ist hat den rabiat
antisemitischen Charakter von Muammar Ghaddafis Gebilde wohl
übersehen. Dass Juden aus Libyen vertrieben wurden, wobei Schulden,
die Nichtjuden bei Juden hatten, annulliert wurden, erinnert
irgendwie an die Gesetzgebung im Deutschland der dreißiger Jahren
des letzten Jahrhunderts.
Dass, auch im letzten Jahrhundert,
aber noch nicht so lange her die Zeitungen weltweit über „Auschwitz
im Sand“ berichteten, womit die Giftgasfabriken gemeint waren, die
von der deutschen Chemie Industrie in Ghaddafis Reich gebaut wurden,
daran erinnerte sich öffentlich nur Spiegel-Online mit der Sorge,
dieses Giftgas könne in den jetzigen militärischen
Auseinandersetzungen wirksam werden.
Ansonsten konnten sich die deutsche
Medien nicht genug tun mit Häme über den Empfang den der
französische Präsident Sarkozy dem Diktator Ghaddafi im Jahre 2007
geben hatte.
Ich erlaube mir, offen zu
insinuieren und daran zu erinnern, dass zu diesem Zeitpunkt deutsche
Ausbilder in Libyen die Killerkommandos des Muammar Ghaddafi
ausgebildet haben, was die deutsch Regierung und der BND nicht
verhindert haben.
Und jetzt zieht Deutschland seine
Schiffe aus dem Mittelmeer zurück, weil es nicht den
Waffenlieferungsboykott gegen Libyen militärisch durchsetzen will –
ist denn wieder eine Giftgasfabrik unterwegs?