26. August 2011: Neues aus den USA + Reaktion des Dt. PEN
Ritchie Boys
Die wahrscheinlich interessantere Wanderausstellung dieses Herbstes findet wohl nur in den USA statt. Sie wurde vor wenigen Tagen im Holocaust Memorial Center von Detroit eröffnet und trägt den Titel "Secret Heroes: The Ritchie Boys" (Link zu einem Bericht auf MSNBC in englischer Sprache).
Die "Ritchie Boys" waren eine Spezialeinheit der U.S. Army, die sich beinahe ausschließlich aus deutschen Emigranten zusammensetzte, unter anderen Klaus Mann, Stefan Heym und unser Mitglied Guy Stern, alias "Kommissar Krukov". Ihre Aufgaben bestanden aus Gegenpropaganda, Infiltration und nicht zuletzt dem Verhören gefangengenommener Offiziere und Truppen.
Wer die Ausstellung verpaßt, sollte hin und wieder auf's Fernsehprogramm achten: der 2004 gedrehte, Oscar-nominierte Dokumentarfilm "The Ritchie Boys" wird von Zeit zu Zeit in den Dritten Programmen wiederholt.
Interview mit Rita Dove über Martin Luther King
Am kommenden Sonntag, dem 48. Jahrestag der wegweisenden "I have a dream"-Rede des Bürgerrechtlers Martin Luther King, sollte ihm zu Ehren ein Denkmal enthüllt werden (die Feierlichkeiten sind wegen des Hurrikans "Irene" bis auf weiteres verschoben worden). Wir möchten die Gelegenheit nutzen, auf ein Interview mit der Englischprofessorin und vormaligen U.S. Poet Laureate Rita Dove hinzuweisen: Former U.S. Poet Laureate Rita Dove on MLK: 'We Need to Remain Vigilant'
Reaktion des Deutschen PEN auf Günter Kunerts Schreiben:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
am 9. August haben wir Sie bereits um Ihre Aufmerksamkeit gebeten für die Ausstellung:
P.E.N. – die internationale Schriftstellervereinigung, ihre deutsche Geschichte, ihre Aufgaben
Die von Sven Hanuschek kuratierte und von Reschke, Steffens & Kruse, Berlin/Köln gestaltete Ausstellung wird Dienstag, 6. September, 17 Uhr (geöffnet ab 16 Uhr), im Foyer der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, Schumannstr. 8, gegenüber dem Deutschen Theater, eröffnet. Wie wir erst kürzlich erfahren konnten, wird der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Herr Staatsminister Bernd Neumann, zur Eröffnung sprechen. Und es bleibt dabei: Der große chinesische Schriftsteller Liao Yiwu ist unser besonderer Gast.
Einen kleinen Skandal gibt es auch schon um diese Ausstellung. Das P.E.N.-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland hat in einer Presseerklärung zu unserer, ihm noch nicht bekannten Ausstellung vor „Geschichtsfälschung“ und „Enteignung“ einer wohl als Eigentum des ehemaligen Exil-P.E.N. angesehenen Geschichte gewarnt.
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